Zum Hauptinhalt springen

Bamberg - Prag (per E-Bike)

Unter dem Motto Bayern, Böhmen und das Bier, führt diese Reise mit dem E-Bike von Bamberg nach Prag.

1. Tag: Ankunft in Bamberg

Am Nachmittag treffen wir uns um 14:30 Uhr am Bahnhof in Bamberg. Auf sieben Hügeln gebaut trägt es den Spitznamen „das fränkische Rom“.

Bamberg gilt mit seinen dreizehn familiengeführten Brauereien bei vielen Bierenthusiasten als die heimliche Bierhauptstadt Deutschlands. Daher ist der Ausgangspunkt der Reise bereits eine klare Ansage für das was uns erwarten mag.

Am Nachmittag treffen sich die Rad-, Natur- und Bierbegeisterten am Bamberger Hauptbahnhof und nach dem Bezug des direkt an der Regnitz gelegenen Viersterne Hotels, geht es fußläufig in wenigen Minuten zum UNESCO Weltkulturerbe, der Bamberger Altstadt. Noch bevor es den Kaiserdom, die Residenz oder das Alte Rathaus zu erleben gilt, spürt man umgehend die typische fränkische Atmosphäre und eine erste kurze Einkehr in eine der bekanntesten historischen Rauchbierbrauereien Bambergs ist unumgänglich. Das Rauchbier ist eine Besonderheit der Stadt Bamberg und erinnert an den typischen Geschmack vieler mittelalterlicher Biere. Bis zu den Anfängen der Industrialisierung, wurde die Gerste meist über offenem Feuer gedarrt, wodurch das Bier eine markante Rauchnote erhielt. Allein in Bamberg gibt es mit der Brauerei Schlenkerla und der Brauerei Spezial zwei Braustätten, die sich dem ursprünglichem Bierstil verschrieben haben. Dass kaum ein anderer Bierstiel so stark polarisiert, erfährt ein jeder beim ersten Schluck.

Verzaubert von den dicht gedrängten Fachwerkhäusern der ehemaligen Fischersiedlung, liebevoll „Klein Venedig“ genannt, genießen wir am Abend in der Gasthausbrauerei Ambräusianum, ein typisches fränkisches Essen. Wer möchte, kann dabei eine Bierprobe der drei hauseigenen Biere Hell, Weizen und Keller „U3“ verkosten. Für alle Nachtschwärmer gibt es auf Wunsch Empfehlungen des Reiseführers und Bierkenners.

 

2. Tag: Gottesgarten und Kommunbräu

Nach ausgiebigem Frühstück verlassen wir das fränkische Rom und fahren mit einem Bus zum Ausganspunkt der ersten E-Bike Etappe, zum Gottesgarten am Obermain. Die Region ist ein Landstrich mit malerischen Dörfern, ursprünglichen Bauerngärten, bunten Streuobstwiesen, schroffen Felsformationen und vielen Bachläufen. Über dem Gottesgarten ragen das Kloster Banz, die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und der Staffelberg als Landmarken heraus. Das entspannte Radeln und die vielen landschaftlichen Eindrücke machen hungrig. Für eine kurze Vesperpause kehren wir bei der Hausbrauerei Reichert in Uetzing ein. Manfred Reichert ist ein fränkisches Urgestein und gelernter Metzger. Seine Leidenschaft ist das Bierbrauen und in seinem Dorfladen bietet er unter anderem einen nach Familienrezept geräucherten Schinken und sein eigenes Bier, die Metzgerbräu an.  sein Brauer Micheal für die Bierherstellung auf der neuen Brauanlage verantwortlich und das legendäre Metzgerbräu weit über die Dorfgrenze bekannt.  Frisch gestärkt geht es weiter. Am wunderschönen Rudufersee erwartet uns ein Picknick und bei schönem Wetter kann man in das kühle Nass eintauchen. Anschließend radeln wir auf dem Mainradweg bis zur Bierstatt Kulmbach. Über der Stadt liegt die geschichtsträchtige Plassenburg, die zu einem gemütlichen Spaziergang einlädt, welcher Appetit auf das Abendbrot und natürlich ein Bier macht.

3. Tag: Mainradweg und Zoiglstuben 

Direkt vom gemütlichen Drei Sterne Hotel, geht es am dritten Tag per E-Bike den Main entlang, Richtung Festspielstadt Bayreuth. Das Rauschen des Mains wirkt beruhigend und erholsam auf alle Sinne und fast unbemerkt erreichen wir unser erstes Etappenziel.

Zum einem erwartet uns eine geschichtsträchtige Stadt mit 400 jähriger Kulturgeschichte, welche wir auf dem Rad erkunden und zum anderen die Maisel’s Bier-Erlebnis -Welt.

Jeff Maisel, Inhaber der Brauerei Gebr. Maisel hat sich hier einen Traum erfüllt und beeindruckt den üblichen deutschen Biertrinker mit einer enormen Vielfalt verschiedenster Bierstile. Von Bayreuth geht es weiter in die Oberpfalz, durch erlebnisreiche Mittelgebirgslandschaft zur „Hauptstadt des Zoiglbiers“, nach Windischeschenbach. Bereits vor dem Jahre Null brauten hier keltische und germanische Stämme Bier, der Braukessel war eine wichtige Mitgift für die Frauen. Schon damals wurde täglich Bier gebraut um Besucher gebührend zu empfangen, denn Gastfreundlichkeit war oberstes Gebot. Ab dem frühen Mittelalter war das Braurecht ein Vorrecht der Grund- und Landesherrschaft, wobei es den Bürgern weiterhin erlaubt war, Bier für den Eigenbedarf zu brauen. Im 14 Jahrhundert erhielt Windischeschenbach das Zoiglbraurecht. Der Zoigl muss nach althergebrachter Weise in einem Kommunbrauhaus gebraut werden und die Zoiglstube, in der der Zoigl ausgeschenkt wird, muss sich im Ort des Kommunbrauhauses befinden. Der Besuch einer Zoiglwirtschaft, welche an dem aushängenden Zoiglstern zu erkennen ist, schließt unsern erlebnisreichen Tag ab und ist ein einmaliges, bierkulturelles Erlebnis.

4. Tag: Bärnau und der Böhmerwald

Heute starten wir durch die südlichen Ausläufer des Fichtelgebirges in Richtung Böhmen, wobei wir in Bärnau, einem der ältesten Dörfer Bayerns, in der Fischerhütte frische Forellen direkt aus dem eigenen Teich genießen dürfen. Bei der Weiterfahrt wechseln Waldgebiete, Felder und offene Graslandschaft. Mit leichtem Herzklopfen überqueren wir die Landesgrenze nach Tschechien. Und woran denke ich in diesem Moment? Statistisch betrachtet, verzehrt jeder Tscheche jährlich 160 Liter Bier Pro Kopf, womit die Tschechen unter den Biertrinkernationen seit Menschengedenken den ersten Platz auf der Welt halten. Vorbei am Liskarna-Stausee radeln wir entspannt bergab in das gemütliche Örtchen Tachov, welches mit einer bewegenden Vergangenheit als Schauplatz historischer Ereignisse aufwarten kann. Am beschaulichen Marktplatz erwartet uns dann auch schon das erste tschechische Pils. Das tschechische Pils schmeckt eindeutig anders als ein norddeutsches Pils und bei internationalen Wettbewerben werden diese Bierstile auch unterschieden. Das ein typisches Pils sieben Minuten braucht, ist übrigens ein Ammenmärchen, ein frisches Pils sollte so schnell wie möglich gezapft werden.

Am späten Nachmittag erreichen wir unser Tagesziel Chodovar Plana. Unser heutiges Hotel überrascht als BierSpa mit eigener Brauerei und bietet auf dem wunderschönen, historischen Areal ein tolles Restaurant, welches in den Kellerräumen des Felsenlabyrinths eingebettet liegt und zum Abendessen einlädt. Wahlweise kann anschließend ein Bierbad im BierSpa oder eine Verkostung der hauseigenen Biere zur gewünschten Bettschwere beitragen.

5. Tag: Pilsen

Der heutige Tag beginnt mit einem Bustransfer zur Klosterkirche Mariä Himmelfahrt, einer der größten Kirchengebäude Böhmens und nationalem Kulturdenkmal. Wir radeln von hier aus entspannt durch das sanfte Tal des Flusses Mze Richtung Osten unserem heutigen Ziel entgegen, Pilsen. Geburtsstadt des wohl bekanntesten Bierstils Deutschlands, des Pils.

Mitte des 19. Jahrhundert braute Joseph Groll, ein bayerischer Brauer aus Vilshofen, welcher die Kunst des untergärigen Brauens in seiner Heimat erlernt hatte, in einer eigens dafür errichteten Brauerei, mit den benötigten technischen Voraussetzungen ausgestattet, ein untergäriges Bier. Das erste untergärige Bier in Pilsen.

Das sehr weiche und salzarme Wasser Böhmens, gepaart mit dem regionalen aromatischen Saazer Hopfen und einem sehr hellen, leicht gedarrtem Malz ergab das erste „Urquell“ genannte Bier.

Am Nachmittag besuchen wir die heutige Pilsener Urquell Brauerei und bekommen einen spannenden Einblick in die Bierherstellung. In den historischen Bierkellern fühlt man sich um 150 Jahre zurückversetzt und darf ein im offenen Holzgärbottich vergorenes Bier verkosten. Die gigantische, moderne, vollautomatisierte Flaschenabfüllung gibt einen Eindruck, in welchen Mengen heute Biere unterschiedlicher Marken in Pilsen produziert werden. Am Abend nehmen wir unser Essen in der Schenke Zur Stadtmauer ein, einer der wenigen Orte, an denen wir das ursprüngliche, ungefilterte Pilsener Urquell genießen können. Für alle Durstigen empfehle ich anschließend noch einen Besuch des Raven Pub City, hier gibt es handwerklich grandiose Biere aller Couleur.

6. Tag: Am Ufer der Berounka bis zur Moldau

Nach einem kurzen Transfer erreichen wir, für unsere letzte Etappe per Rad, Beroun. Wir folgen einem Nebenfluss der Moldau, der Bouronka, die sich in sanften Schleifen durch herrliche Landschaft bis nach Prag windet. 30 Kilometer südwestlich von Prag, erbaute Karl IV die berühmteste Burg Tschechiens, Burg Karlstein. Bis zum Jahre 1421 wurden hier die Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation aufbewahrt. Nach einem Picknick im Schatten dieses grandiosen Bauwerks radeln wir gemächlich weiter am Ufer der Berounka zu unserer Fähre über die Moldau. Die goldene Stadt begrüßt uns mit einem tollen Blick auf die bekannte Prager Hochburg Vysehrad.

Direkt am Pulverturm der Prager Altstadt gelegen, beziehen wir unser Vier Sterne Hotel und lassen uns berauschen von der Atmosphäre einer der schönsten Städte Europas. Prag ist ein Mekka für Bierliebhaber und derzeit gibt es mehr als 25 aktive Mikrobrauereien mit lokalen Bieren. Hier werden Brücken zwischen traditionellen und kreativen Bieren gebraut.

Die wohl bekannteste Mikrobrauerei ist das U Fleku. Als eine der ältesten Gasthausbrauereien in Mitteleuropa lädt diese zum hauseigenen, wohlschmeckenden, traditionellen dunklen Bier ein.

Mein persönlicher Tipp ist die Pivovar Vinohradsky, die sehr junge Brauerei braut fantastische Biere, von Lagerbieren bis zu IPA’s konnte ich bei kaum einem Bier Trinkwiderstand feststellen.

7. Tag Prag

Zum Abschluss unserer Reise genießen wir eine Stadtführung durch die historische Altstadt Prags, vorbei an der beeindruckenden Rathausuhr bis zur Karlsbrücke. Mit Blick auf den Hradschin mit der Prager Burg und dem Veitsdom endet die Reise am Mittag.

Mein Geheimtipp für ein letztes typisch böhmisches Mittagsessen liegt mitten in der Prager Altstadt, das authentische Restaurant U Provaznice. Hier trifft man den normalen Prager Bürger bei Bier und Speise und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Nashledanou Praha. Auf Wiedersehen Prag.

Preis

Termine: auf Anfrage

7 Tage / 6 Nächte

Preis pro Person im Doppelzimmer: 1595€    

Einzelzimmerzuschlag: 265 €

Inklusive eines E-Bike, 8-Gang, Rücktritt, inkl. Fahrradtasche

Teilnehmerzahl: 8 -18 Personen